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Rund um die Stammzellspende

Was muss ich wissen?

Wer darf keine Blutstammzellen spenden?

  • Personen, die jünger als 18 oder älter als 61 Jahre sind (die Registrierung darf bis zur Vollendung des 55. Lebensjahrs erfolgen)
  • Personen, die weniger als 50 kg wiegen oder aber stark übergewichtig sind (bei mehr als 130 kg erbitten wir Rücksprache)
  • Personen, die an einer, in den Ausschlusskriterien aufgeführten Krankheiten leiden.

Schwangerschaft während der Registrierung beim NKR

Bitte informieren Sie uns als potenzielle Spenderin über Ihre Schwangerschaft und den voraussichtlichen Geburtstermin. Sie werden von uns ab diesem Zeitpunkt sowie noch 6 Monate nach der Entbindung als potenzielle Spenderin für die Stammzellspende gesperrt. Nach Ablauf der Sperre werden Sie dann wieder für Anfragen freigegeben.

Sie wollen sich typisieren und ins Register aufnehmen lassen und sind gerade schwanger? Kein Problem, die Schwangerschaft hat keine Auswirkung auf die Untersuchungsergebnisse. Sie werden aber wie oben beschrieben für eine gewisse Zeit gesperrt.

Welche Untersuchungen werden mit meiner Probe durchgeführt?

Bei der Ersttypisierung wird nur ein Teil der Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) bestimmt. Für eine Transplantation müssen jedoch zehn Gewebemerkmale zwischen Patient und Spender übereinstimmen. Dabei spielt die Blutgruppe des Spenders keine Rolle.

Da es oftmals erst Jahre später zu einer konkreten Anfrage für einen potenziellen Stammzellspender kommt, wird eine Untersuchung des Blutes auf bestimmte Infektionsparameter, wie z. B. HIV oder Hepatitis (B und C) erst kurz vor einer Transplantation veranlasst.

Bin ich während einer Spende versichert?

Laut Siebtem Buch des Sozialgesetzbuches – Gesetzliche Unfallversicherung – (SGB VII Art. 1 des Gesetzes vom 7.8.1996, BGBI. I S. 1254) sind nach § 2 alle Personen versichert, „die Blut oder körpereigene Organe, Organteile oder Gewebe spenden“, das heißt alle Blutstammzell-, Knochenmark- und Blutspender.

Für unsere Blutstammzell- und Knochenmarkspender schließen wir außerdem eine zusätzliche private Spender-Versicherung ab.

Welche Möglichkeiten der Stammzellspende gibt es?

Die Entnahme peripherer Blutstammzellen

Die Entnahme peripherer Blutstammzellen ist heute das am meisten praktizierte Verfahren (mehr als 95 Prozent). Die zur Transplantation benötigten Stammzellen werden hierbei aus dem zirkulierenden Blut des Spenders gewonnen. Durch die Gabe eines Hormons (G-CSF = Granulozyten-Kolonie stimulierender Faktor), welches unser Körper  z.B. bei Infektionen und Entzündungen ausschüttet, wird das Knochenmark zu einer vermehrten Bildung von Blutstammzellen angeregt, die dann in das zirkulierende Blut ausgeschwemmt werden. Dieses Hormon bekommt der Spender über fünf Tage hinweg  (z.B. beim Arzt oder in Eigenregie) unter die Haut gespritzt.

An 1-2 Tagen werden dann für etwa je 5 Stunden die Stammzellen aus dem Blut herausgefiltert. Für diese Art der Spende ist weder eine Narkose noch ein stationärer Aufenthalt erforderlich. Als Nebenwirkungen können bei dieser Methode grippeartige Symptome während der Zeit der Hormongabe auftreten.

Die Entnahme von Blutstammzellen aus dem Beckenknochen

Die zweite Möglichkeit, die Entnahme von Blutstammzellen aus dem Beckenknochen, kommt heute nur noch selten in Betracht. Hierbei wird ungefähr 1 Liter Knochenmark-Blutgemisch aus den Schaufeln der beiden Beckenknochen gewonnen. Die Entnahme erfolgt stationär (2 bis 3 Tage Krankenhausaufenthalt) und unter Vollnarkose. Ein lokaler Wundschmerz kann für einige Tage auftreten. Entnommenes Knochenmark wird innerhalb von 2 bis 3 Wochen nachgebildet.

Ist eine Blutstammzellspende riskant?

Bei der peripheren Blutstammzellspende kann der Wachstumsfaktor grippeähnliche Beschwerden (Kopf- und Gliederschmerzen) auslösen, die aber gut zu lindern sind. Dieses Verfahren hat die konventionelle Knochenmarkspende bei Transplantationen fast ganz ersetzt.

Bei der Knochenmarkspende besteht das wesentliche Risiko in der Narkose und ist für einen gesunden Spender statistisch vergleichbar mit dem Risiko, innerhalb der nächsten Wochen Opfer eines schweren Verkehrsunfalls zu werden. Sonstige Beschwerden, wie etwa der Wundschmerz, werden naturgemäß von den Spendern unterschiedlich, aber meist nicht gravierend erlebt.

Als Spender haben Sie ein Mitspracherecht, wenn es darum geht, zu welcher Art der Spende es kommen sollte. 

Nach der Spende – Kontaktaufnahme zum Patienten

Nach der Stammzell- oder Knochenmarkspende kann der Spender über das NKR Informationen vom Genesungsverlauf des Patienten erhalten und auch schriftlichen Kontakt aufnehmen. Dabei wird in den ersten zwei Jahren nach der Stammzelltransplantation die Anonymität von Spender und Patient aus datenschutzrechtlichen Gründen auf jeden Fall gewahrt. Danach kann das NKR den direkten Kontakt zwischen Spender und Patient per Brief, Telefon oder auch durch ein persönliches Treffen vermitteln, wenn beide einverstanden sind und dies wünschen.

Es gibt allerdings Länder, in denen das nicht möglich ist. Beispielsweise in Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien muss die Anonymität nach den dortigen Gesetzen bestehen bleiben. Hier kann man aber zumindest anonym miteinander Kontakt aufnehmen.

Leider gibt es auch einige Länder, in denen gar kein Kontakt zwischen Spender und Patient erlaubt ist. Dazu gehören Großbritannien, Finnland, die Tschechische Republik, die Schweiz sowie Brasilien. 

Einmal typisiert - immer typisiert

Ich bin bereits in einer Datei typisiert. Muss ich mich auch noch einmal aufnehmen lassen?

Nein. Die Registrierung in mehreren Registern führt eher zu Problemen und ist eine doppelte Kostenbelastung. Die Daten aller Dateien in Deutschland werden im Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm anonymisiert gesammelt. Wenn Sie also als Spender passen könnten, werden Sie von „Ihrer“ Datei informiert.

Ich weiß nicht mehr, wo ich registriert bin. Soll ich mich noch mal typisieren lassen?

Nein. Bitte rufen Sie uns an, dann können wir überprüfen, ob Sie bei uns registriert sind. Ist das nicht der Fall, besteht für weitere Nachfragen die Möglichkeit, auf der Homepage des ZKRD eine Liste aller Dateien in Deutschland mit den jeweiligen Kontaktdaten und Ansprechpartnern zu erhalten.

Ich wurde im Rahmen einer Familientypisierung untersucht. Bin ich jetzt automatisch in einer Datei erfasst?

Nein. Bei einer Familientypisierung werden die Daten nicht weitergegeben. Sie können aber Ihre Untersuchungsergebnisse erfragen und an uns weiterleiten. Wir nehmen Sie dann in unsere Datei auf. Dazu schicken wir Ihnen eine Einverständniserklärung zu, die Sie bitte unterschrieben zurück senden. Sobald uns Ihre Einverständniserklärung vorliegt, erhalten Sie Ihre Spendernummer und sind Teil des weltweiten humanen Netzwerkes von potenziellen Lebensrettern.

Löschung aus einem Register – Sperrung auf Zeit

Sie können sich jederzeit ohne Angaben von Gründen aus der Datei löschen oder für einen begrenzten Zeitraum sperren lassen. Bitte benachrichtigen Sie uns, wenn es Ihnen aufgrund einer Krankheit oder Ihrer persönlichen Situation nicht mehr möglich ist, in unserer Datei registriert zu sein.

Es besteht auch die Möglichkeit einer zeitlich begrenzten Sperre, z. B. wenn Sie einen längeren Auslandsaufenthalt antreten oder schwanger sind. 

Was sind Blutstammzellen?

Blutstammzellen

Blutstammzellen sind die Mutterzellen aller Blutzellen, die ausschließlich im Knochenmark der großen Knochen vorkommen. Sie stellen den Ausgangspunkt für die gesamte Zellneubildung des Blutes und des Abwehrsystems dar. 

Was ist Knochenmark?

Knochenmark

Das Knochenmark ist das wichtigste Blut bildende Organ des Menschen. Es enthält verschiedene Vorläuferzellen der Blutzellen und befindet sich beim Erwachsenen im Inneren der großen Knochen des Körpers, vor allem in Hüft- und Oberschenkelknochen. Es ist der Ort, an dem die Zellen des Blutes und des Abwehrsystems ständig neu gebildet werden. Dies ist nötig, da die meisten dieser Zellen nur eine Lebensdauer von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen haben. Deshalb ist die Funktion des Knochenmarks lebensnotwendig. Das Knochenmark selbst bildet sich ständig neu, kann jedoch durch den ständigen Umbau sehr empfindlich auf Gifte, Viren, Strahlung u. a. reagieren.

Das Knochenmark darf nicht mit dem Rückenmark verwechselt werden, das einen Teil des Nervensystems darstellt. 

Wir sind NKR

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Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Stellvertreter der Bundeskanzlerin, Bundesvorsitzender der SPD, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit a.D., Ministerpräsident des Landes Niedersachsen a.D., unterstützt seit Jahren das NKR.
Termine & Aktionen
03.07.2016
Typisierungsaktion beim TSV Lesse
13.08.2016
NKR-Entenrennen 2016
Mitmachen & Helfen

Jeder, der das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzell-spender-Register oder die Deutsche Stiftung Leben schenken unterstützt, ob finanziell oder ideell, kann morgen schon Leben schenken!